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4. Thüringer Aktionstag Aphasie & Schlaganfall 28.05.2016 „Prävention und Nachsorge“

By 24. August 2016 März 15th, 2019 No Comments

Der Landesverband Aphasie Thüringen e.V. lud am 28.Mai 2016 zum 4.Aktionstag Aphasie & Schlaganfall in das comcenter Brühl Erfurt ein. „Prävention und Nachsorge“ waren das Motto. 155 Teilnehmer besuchten den Aktionstag; Betroffene, Angehörige und Interessierte.
Mit eindrucksvollen Liedern des Aphasiker Chores begann der Tag.

Nach der Eröffnung durch Herrn Barasch (LV Aphasie Thüringen) übernahm Frau Eva Schillikowski die Moderation. Sie ist als Ressortleiterin Sprachtherapie in der m&i Fachklinik Bad Liebenstein tätig.

Dann hörten die Teilnehmer die Grußworte von Dr. Bettina Begerow. Sie sprach im Auftrage der Deutschen – Schlaganfall – Hilfe.

Der erste Reverent war Dr. Andreas Steinbrecher, Chefarzt der Neurologie im Helios Klinikum Erfurt. „Vorbeugende Maßnahmen nach einem Schlaganfall – Welche Möglichkeiten gibt es?“ war sein Thema. Häufigste Ursache einer Aphasie ist ein Schlaganfall. Im Akut-Krankenhaus (Stroke Unit) stehen die Stabilisierung des Allgemeinzustandes und natürlich die Behandlung der organischen Erkrankung im Vordergrund. Dann werden die Patienten auf eine neurologische Normalstation verlegt. Sie werden durch Sprach- und Ergotherapeuten betreut. Ob eine Langzeitrehabilitation nötig ist, hängt vom Ausmaß der erlittenen Nervenschäden ab.

In den SHG bietet sich für Betroffene die Möglichkeit, in der Therapie erarbeitete Fertigkeiten zu erproben und zu festigen. Sehr wichtig ist auch, soziale Kontakte aufzubauen und Informationen auszutauschen.

Nach einer kurzen Pause sang der Aphasiker Chor einige Lieder mir einer Zugabe.

Anschließend sprach Frau Dr. Clivia Malsch, Chefärztin der Frührehabilitation der m&i Fachklinik Bad Liebenstein, über die „Indikation zur funktionellen Therapie in der Phase B“. Zielsetzung in der Phase B ist es, die motorische, geistige und psychische Funktion der Patienten wieder zu erlangen. Die Neurologische Frührehabilitation ist kontinuierlich gewachsen und versorgt täglich bis zu 60 Patienten. Die m&i Klinik trägt als größte Einrichtung ihrer Art in Thüringen entscheidend dazu bei, dem Versorgungsbedarf gerecht werden.

In der m&i Fachklinik arbeitet auch die Neuropsychologin Frau Andrea Rose. Sie sprach in ihrem Vortrag über die „neuropsychologische Begleitstörungen nach einem Schlaganfall und deren Auswirkungen auf die Sozialkompetenz“. Anschaulich erklärte sie das Problem in einem Beispiel (Frau schenkt sich einen Saft aus der Flasche in ein Glas. Übt die Frau es richtig aus? Gießt sie etwas daneben?…)

Nach der Mittagspause gab uns Frau Oberender, Orthopädietechnikmeisterin der Jüttner Orthopädie KG, Einblicke in die „Orthesenversorgung – die sinnvolle Ergänzung in Therapie und Alltag“. Sie stellte uns einige Orthesen vor, z.B. die Schulter- oder Handorthese. Orthesen stützen und stabilisieren insbesondere bei Lähmungen und Empfindungsstörungen in einer Körperregion. Sie verbessern die Körperhaltung, die gesamte Beweglichkeit und häufig auch die Sicherheit bei den Bewegungen sowie das Gleichgewicht.

Ziel ist es, Menschen in ihrer Mobilität zu unterstützen. Orthesen können den Körper und die betroffenen Gliedmaßen stabilisieren, ruhigstellen, entlasten oder physiologisch richtig führen. Fehlhaltungen und Fehlbelastungen können somit vorgebeugt, entgegengewirkt oder korrigiert werden.

Danach brachte Frau Knabe (SCHZE -Physiotherapie) die Teilnehmer in Bewegung mit ihrem aktiven Programm „Gymnastik im Alltag“ – Übungen mit der Flasche. Nach der Mittagspause war das sehr nützlich und angenehm.

Die nächste Referentin war Dr. Ute Kannbley, Fachärztin für Neurologie, mit ihrem Vortrag „Schlaganfallrisiko bei Vorhofflimmern“.
Vorhofflimmern ist die häufigste bedeutsame Herzrhythmusstörung. In Deutschland leiden darunter etwa 300.000 Menschen. Die Krankheit muss auch optimal therapiert werden. Gerinnungshemmende Arzneimittel, z.B. ASS, senken das Risiko erheblich, dass sich im flimmernden Herzvorhof ein Gerinnsel bildet und ein Gefäß verstopft. Etwa 70 Prozent der Vorhofflimmer- Attacken bemerken die Patienten nicht. Die Betroffenen klagen meist über Müdigkeit oder Schlafstörungen.

Die letzte Referat wurde von Frau Dr. med. Silke Haschen, Fachärztin für Innere Medizin, Diabetologie und Sozialmedizin, gehalten. Sie sprach über die „Behandlung des Typ 2 Diabetes“.

Der Diabetes Typ 2 (Zuckerkrankheit) ist die häufigste Diabetes-Form (etwa 90 Prozent). Ursache ist eine zu geringe Insulinwirkung an den Körperzellen. Dadurch kann nicht genug Zucker aus dem Blut ins Gewebe gelangen – die Zuckerkonzentration im Blut steigt an. Eine Umstellung der Lebensgewohnheiten kann die Erkrankung oft bessern. Auch eventuelle Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung und Übergewicht müssen mitbehandelt werden. Ein Verzicht auf Nikotin ist sehr wichtig.
Regelmäßige körperliche Bewegung wirkt sich positiv auf Herz- Kreislauf- Erkrankungen aus. Täglich 30 Minuten Bewegung – Spazierengehen, Fahrrad fahren oder Treppen steigen – das sollte jeder Mensch können!

Zu der Podiumsdiskussion stellten einige Gäste den Ärzten Fragen. Mit viel Beifall bedankten sich die Teilnehmer bei den Referenten für ihre interessanten und gelungenen Vorträge.

Als besondere Überraschung erhielten sie einen Regenschirm mit dem Logo
SCHZE – Schlaganfallzentrum Erfurt

Die Teilnehmer des 4. Aktionstages Aphasie & Schlaganfall 2016 möchten sich bei den Organisatoren, dem LV Thüringen für die Rehabilitation der Aphasiker e.G., bedanken für das lehrreiche und interessante Programm.

Ihre
Monika Hab

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